Die Begegnung mit der Geschichte unserer „Kalami“ schreibt hier eine wunderbare story. Ende April kommen nämlich Thula und Ilari mit dem Flieger aus Helsinki via Hamburg zu Besuch nach Heiligenhafen. Sie interessieren sich für unsere „Kalami“, Kaufinteressenten also. Dabei klingt es wie aus einem Seglermärchen, denn Ilari hat drei Freunde, die allesamt eine Targa 96 segeln und so eine Yacht soll es nun auch für ihn werden... seine gute alte "Wilma" (rechts) ist derweil auf der Suche nach einem anderen Skipper (inzwischen fündig geworden). Außerdem haben Ilari und seine Freunde ein ganz prominentes Mitglied in ihrem Segelclub in Helsinki, nämlich Hans Groop. Hans Groop ist der Konstrukteur der berühmten H-Boote und auch der Konstrukteur der Targa. Dreihundert Targas wurden in den Achtzigern bei einer Nautor-Tochter in Helsinki gebaut. Wer mal den Segelclub unserer finnischen Freunde besuchen möchte klickt hier.

Wie verabredet kommen Thula und Ilari um 12:00 Uhr mit kleinen Geschenken an Bord. Es ist heiß in Heiligenhafen, T-Shirtwetter im April?
    
Für "unsere" beiden Finnen ist Hochsommer, schließlich wurden in Finnland gestern noch 4° gemessen, "... so was kennen wir in Helsinki nicht," - wir auch nicht, Ilari. Dann beginnt die "Kalami-Visite" und beide sind begeistert von unserem Boot. Eine so gut ausgestattete Targa 96 haben sie selbst in Finnland noch nicht gesehen (auch bei den drei Freunden nicht). Irgendwie scheint wohl alles zu passen - wird daraus "Targa's sailing home"? Nein, erst einmal segeln wir raus und nicht home, genießen die Sonne und den leichten Halbwind rüber nach Orth/Fehmarn. Dort behütet ja bekanntlich Kaiser Wilhelm I den Hafen, der sich an diesem Tag auch standesgemäß mit Kaiserwetter präsentiert.

Die Speisekarte im "Piratennest" stellt uns vor einige Probleme - jedenfalls kriegen wir keine akzeptable kulinarische englische Übersetzung zustande - egal, Thula orientiert sich eben an Sabine und Ilari, vergnügt sich, als Chef einer großen Musikschule, am Wiener Blut, pardon Schnitzel Wiener Art.

Nach einer Weile wird es kühl in Orth, der Wind frischt auf und wir stecken die Beiden in unsere Faserpelze. Zurück nach Heiligenhafen reicht die Genua allemal, bis wir bei 6 - 7 Beaufort sogar die Genua reffen müssen.

In Heiligenhafen verhandeln wir, wie man beim Bootskauf eben so verhandelt. Natürlich will Ilari erst noch seine drei Targa-Freunde fragen ... und wird dennoch vier Tage später eine andere Targa aus allererster Hand kaufen, die 25 Jahre mit demselben Eigner unterwegs war. Sowas habe ich noch nie gesehen, mailt der klassische Gitarrist. Dass das Boot nicht aus Deutschland überführt werden muss spricht natürlich erst recht für den Bootskauf "vor der eigenen Haustür". Und wieder einmal war die betagte Maschine ein Ausschlusskriterium. Glückwunsch Ilari, aber schade ist es doch, in Deutschland kennt kaum jemand diese wunderbaren finnischen Boote.

Sei's drum, es war eine wunderbare Begegnung und ein Kontakt, der noch immer hin- und hergeht.