Badetag

Mittwoch

15.08.01

Steg 37

Barometer

Südwest

1-0 Beaufort

32°

Schönwetterwolken

Auslaufen um 15.30

Logge beim Auslaufen

Rückkehr um 17.00

Logge bei Rückkehr

Skipper Ralf

Crew Bogi

 

 

Die Varianta stellt meinen Alltag noch mehr auf den Kopf. Das nächste Wochenende ist noch fern und an diesem Dienstag zeigt das Thermometer lähmende 32°. Es ist so drückend heiß, dass ich meinen Freund Bogi nicht lange überreden muss, fluchtartig Arbeit, Büro und die Stadt zu verlassen, obwohl es seglerisch keine Herausforderung geben kann. Nur ab ins Wasser lautet die Devise und natürlich will ich unser neues Boot „vorführen“. Eine Stunde später segeln wir bei südwestlichem Wind auf Halbwindkurs bis in die Seemitte. Bogi macht sich als Vorschoter ganz prima. Schnell hat er die richtigen Handgriffe drauf und ein Händchen für die Pinne. Um 16.00 Uhr lassen wir den Schlickhaken fallen, setzen den Ankerball und über die Badeleiter verlassen unsere begnadeten Körper das „Traumschiff“.

Nun wird „flexibel“ zum Forschungsschiff, denn hier ist es nur ca. 1.40 m tief und wir umschwimmen und umgehen „flexibel“. Wir erforschen den Anker, die Logge, Propeller, Ruder und die Seeventile. Das ganze Unterwasserschiff wird erstmals überprüft und für gut befunden. Ein Vergnügen für uns Taucher (wir müssen unbedingt Flossen und Schnorchel mit an Bord nehmen) und eine erfrischend neue Perspektive bei 25° Wassertemperatur.

Übrigens, das Wasser ...

in dem wir gerade so wunderbar schwimmen, stammt von den Tränen abertausender Zwerge. Einige Zwerge hatten, so erzählt die Sage, einen riesigen Riesen wohl ziemlich unsanft aus dem Schlaf aufgeschreckt. Der riesige Riese stolperte den Zwergen, erfolglos oder nicht, jedenfalls hinterher und stampfte voller Wut seinen Fuß in den Sand - auf die Zwerge. Ob er damit all seine Störenfriede erwischt hatte, ist nicht überliefert. Der Sage nach versammelten sich jedenfalls in der Dunkelheit tausende Zwerge an der neu entstandenen Kuhle. Die Zwerge weinten und weinten und mit ihren Tränen füllten sie das Steinhuder Meer.

Wieder an Bord erforschen wir Echolot und Radio. Beide Geräte funktionieren, aber das Radio werde ich wohl austauschen. Der anfangs leiernde Recorder braucht viel zu lange, bis er die richtige Betriebstemperatur erreicht, der Tuner ist nicht leistungsstark genug und Stationstasten hätte ich auch ganz gern. Wir hätten besser rechtzeitig den Wind erforschen sollen, denn der schläft derweil ganz ein. Also Anker auf um 16.30 Uhr und unter E-Motor „motoren“ wir zurück. Wir bergen die Segel noch auf dem Wasser und um 17.00 Uhr sind wir fest.

Erfrischt? Nöö, es ist immer noch viel zu warm.